Brazilian Jiu-Jitsu
Was ist Brazilian Jiu-Jitsu (BJJ)?
Das Brazilian Jiu-Jitsu (kurz “BJJ”) ist ein moderner, dynamischer Kampfsport, dessen Wurzeln im japanischen Judo und Jiu-Jitsu liegen. Der Schwerpunkt liegt auf dem Bodenkampf. Im Gegensatz zu anderen Bodenkampfsportarten ist nicht die scheinbar dominante Position ausschlaggebend. Ziel des Sportes ist es vielmehr den Gegner durch Hebel-oder Würgegriffe zur Aufgabe zu zwingen, welches aus allen erdenklichen Lagen und Positionen möglich ist. Daraus ergibt sich ein interessantes Wechselspiel zwischen technischer Vielfalt und körperlichen Beanspruchungen.

Geschichte des BJJ
Mitsuo Maeda, Schüler des Judobegründers Jirogo Kano, wanderte 1914 nach Brasilien aus. Dort freundete er sich mit Carlos Gracie an und unterwies ihn im traditionellen japanischen Jiu-Jitsu. Carlos’ jüngster Bruder Helio Gracie war Carlos´ kleinster und leichtester Schüler. Als körperlich meist unterlegener Kämpfer änderte Helio Techniken ab um sie effizienter für seine Statur zu machen; das Brasilianische Jiu-Jitsu (BJJ) oder auch Gracie Jiu-Jitsu war geboren.
In zahllosen Herausforderungen wurde das BJJ immer weiter verfeinert und perfektioniert. Straßenkämpfe und ValeTudo („alles erlaubt“)- Wettkämpfe, denen Helio und seine Familie immer wieder gegenüberstanden, bestätigten die hohe Effizienz des Sports in realen Auseinandersetzungen.
Weltweit berühmt wurde das BJJ als Royce Gracie in den USA bei den Ultimate Fighting Championships (UFC) 3 Jahre in Folge den Titel erkämpfte. UFC ist ein Wettkampf, bei dem alle Kampfsportarten fast ohne Regeln gegeneinander antreten. Obwohl BJJ praktizierende Kämpfer aufgrund der hohen Effektivität dieser Kampfkunst bei derartigen Wettkämpfen meist erfolgreich sind, ist BJJ nicht mit UFC, Vale Tudo, Free Fight usw. gleich zu setzen. Beim BJJ ist Schlagen und Treten nicht erlaubt. Die Kämpfe beginnen ähnlich wie im Judo, werden aber nicht vom Schiedsrichter unterbrochen, sondern am Boden ausgekämpft.
Nach den Siegeszügen bei den großen namhaften regellosen Wettkämpfen (UFC, Pride etc.) und der kommerziellen Verbreitung des Familienstils, beginnen die Gracies ihrem Jiu-Jitsu-Stil eine sportliche Dimension zu verleihen. Ihr großes Ziel ist, den brasilianischen Wettkampf als olympische Disziplin zu etablieren. Unter den Augen der Mitglieder des nationalen brasilianischen olympischen Komitees veranstalteten sie ihre erste Weltmeisterschaft in Rio de Janeiro im Juli 1996.
Graduierungen im BJJ
Im BJJ werden – wie in anderen Kampfportarten auch – verschiedenfarbige Gürtel verwendet, um den Kenntnisstand des Ausübenden zu kennzeichnen. Die Gürtelreihenfolge ist hierbei Weiß, Blau, Lila, Braun, Schwarz. Außerdem werden Streifen an den Gürteln als Zwischenstufen verliehen.

Regelwerk
(Quelle: Brazilian Jiu-Jitsu Bund Deutschland e.V.)
Allgemein
Die Kampfdauer beträgt zwischen 5 und 10 Minuten (abhängig von Alter und Graduierung). Es wird nach Gewichtsklassen getrennt gekämpft.
Verbotene Techniken
- Schlag- und Tritttechniken
- Kratzen, Beißen, Fingerstiche
- Fuß- und Beinhebel seitlich gegen die Bänder
Die Komponenten wie Schlagen und Treten wurden herausgenommen, um Verletzungen zu vermindern bzw. ganz zu verhindern.
Erlaubte Techniken
- Bein- und Fußhebel
- Arm- und Handgelenkhebel
- Würgetechniken (mit bloßen Händen oder mit dem Anzug, auch gegen den Kehlkopf)
- Genickhebel
- Würfe und Haltetechniken
Punkteverteilung
Es werden die folgenden Punkte verteilt, jedoch wird nicht wie bspw. im Judo unterbrochen:
Vorteil = Kleine Wertung, jedoch weniger als ein Punkt
2 Punkte = Wurftechniken, Kontrolle (Knie auf Bauch), Änderung des Kampfverlaufes
3 Punkte = Pass the Guard
4 Punkte = Mount
Der Kampf kann jederzeit durch Aufgabe vorzeitig beendet werden.
